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Buchtipps - Frauen

Am 11. März eröffnete das Kollwitzmuseum die Ausstellung: Käthe Kollwitz - Der Werküberblick. 'Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind.' Dieser Satz, ein Tagebucheintrag aus dem Jahr 1922 und noch heute so aktuell wie damals, ist das Bekenntnis von Käthe Kollwitz (1867-1945). Die neue Monografie stellt Leben und Werk von Käthe Kollwitz - einer der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen der klassischen Moderne - in nie dagewesener Dichte vor.

Eine Psychoanalytikerin spricht mit der Performance-Künstlerin Marina Abramovic. Es geht um ihre Person und um ihr künstlerisches Werk. Beides wird in der psychoanalytischen Betrachtung in Beziehung gesetzt und das Gespräch eröffnet spannende Einblicke in die Strukturen und Dynamiken, die Marina Abramovics Leben und ihrer Kunst zugrunde liegen. Vier Tage haben sich die befreundeten Frauen Zeit genommen und gesprochen - ein intensives und tiefgehendes Buch!

Paula Modersohn-Becker war eine großartige Künstlerin, die, als junge Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert, unbeirrt ihren eigenständigen Weg in die Moderne beschritt. Die Monographie beleuchtet chronologisch die prägenden Orte und Phasen ihres künstlerischen Schaffens: Worpswede, Paris, die Selbstbildnisse...

Frida Kahlo und ihre Werke sind vielen bekannt. Ihre beeindruckenden, farbgewaltigen Bilder und ihre persönliche Geschichte sind Gegenstand vieler Bücher, Filme und Ausstellungen. Dieses Buch entstand nach Öffnung der privaten Archive und Annette Seeman verarbeitet erstmals alle heute verfügbaren Fachkenntnisse in ihrer Biographie. Sie beschreibt und würdigt hier eine faszinierende, unbeugsame, vom Schicksal gezeichnete und lebenfrohe Frau!

Diese Graphic Novel erzählt die Geschichte von verschiedenen Frauen, die die Kunst geprägt und maßgeblich verändert haben. Judy Chicago, Faith Ringgold, Ana Mendieta und die Guerrilla Girls haben jede für sich ihren Beitrag dazu geleistet, die Kunst und die Gesellschaft voranzutreiben: feministisch, antirassistisch, transkulturell... Jeder Künstlerin wird ein Kapitel gewidmet, in dem Leben und Kunst skizziert wird. Die ausdrucksstarken Zeichnungen vermitteln die Intensität und Unmittelbarkeit mit der die Künstlerinnen gelebt und gearbeitet haben!  

Dieses Buch ist ein Plädoyer für die bemerkenswerte Arbeit von Architektinnen! Essays von Pionierinnen der Architektur und kritische Analysen versuchen zu ergründen, warum diesen Frauen noch immer nicht der ihnen gebührende Respekt und die Anerkennung zu Teil wird. Im Vordergrund jedoch stehen über 30 Porträts international tätiger Architektinnen, die eines ihrer Projekte vorstellen. Durch die Zusammenführung und individuelle Präsentation in diesem Buch wird den Bauten und den Architektinnen ein würdiger Platz in der zeitgenössischen Architektur eingeräumt.

Penelope hat zwei Leben. Eines führt sie als Ärztin nach Aleppo, wo sie täglich mit Leid und Tod konfrontiert ist und eines fordert sie in Belgien als Ehefrau und Mutter einer pubertierenden Tochter. Die Schicksale aus den Kriegsgebieten und die Ernsthaftigkeit, mit welcher sie ihren Beruf ausübt, hindern sie daran, an ihrem Familienleben angemessen teilzuhaben. Den Kontrast dieser beiden Leben, die Verantwortung und die daraus resultierende Einsamkeit fängt Judith Vanistendael in zarten Aquarellzeichungen ein.

Lyrik ist Politik! Dies versuchte vor einigen Jahren Amanda Gorman einer Gruppe von Teenagern zu vermitteln. Nicht zuletzt mit ihrem Auftritt am 20.1.2021 zur Inauguration von Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten, hat sie diesen Satz nachdrücklich bewiesen. Als junge afroamerikanische Lyrikerin hat sie den Menschen mit ihren Zeilen in einer unwahrscheinlichen Weise Mut und Hoffnung gemacht. Zweisprachige kommentierte Ausgabe mit einem Vorwort von Oprah Winfrey.  

Julia Korbik widmet ihr neues Buch nach "Oh Simone!" erneut einer großen französischen Schriftstellerin: Françoise Sagan. Es geht um die Zeit, in der Sagan nach dem bahnbrechenden Erfolg ihres Roman "Bonjour Tristesse", in die Öffentlichkeit katapultiert wird und die Menschen ihr mit gerade einmal 18 Jahren ihren Stempel aufdrückten.

Gertrude Stein beschreibt aus der Sicht ihrer Freundin Alice B. Toklas das gemeinsame Leben in Paris von 1933-35. In ihrem Salon, der "besten Galerie Europas", tummelten sich die Künstler der damaligen Pariser Avantgarde. So ist dieses Buch eine Sammlung von Anekdoten und kuriosen Begebenheiten, die den Leser einmal mehr bedauern lassen, dies nicht miterleben zu können. Was fiktiv ist und was den Tatsachen entspricht, bleibt ungewiss - das Buch aber ist eine Chronik dieser Zeit, der Kunst und des freien Geistes.